Musik gehört zu den wenigen Künsten, die uns ganz direkt erreichen. Noch bevor wir einen Gedanken formulieren, hat sie längst etwas in uns ausgelöst: eine Erinnerung, eine Stimmung, eine Sehnsucht. Und doch haftet gerade klassischer Musik etwas Paradoxes an: Sie gilt vielen als Hochkultur, manchmal als einschüchternd, als elitär, obwohl kaum etwas unmittelbarer sein kann als ein Klang, der einen berührt. Die deutsche Dirigentin Joana Mallwitz hat einen Weg gefunden, diese vermeintliche Distanz aufzulösen. Sie dirigiert nicht nur einige der bedeutendsten Orchester der Welt, sondern versteht es auch, Menschen für Musik zu begeistern, die bisher vielleicht keinen Zugang zu ihr gefunden haben – als Chefdirigentin des Konzerthausorchesters Berlin, als gefeierte Operndirigentin und leidenschaftliche Musikvermittlerin. Im Kultur Kompass spricht sie über fantasievolles Hören, das Wunder eines Symphoniekonzerts und warum das Ohr das wichtigste Körperteil beim Dirigieren ist.