Maya Hakvoort hat Musikgeschichte geschrieben – genauer gesagt Musical-Geschichte. Sie war mehr als tausendmal Kaiserin Elisabeth, hat auf den großen Bühnen Europas und Asiens gespielt und ist für Generationen von Musicalfans bis heute untrennbar mit dieser einen Rolle verbunden. Doch wer glaubt, Maya Hakvoort ruhe sich auf dieser eigenen Legendenerzählung aus, irrt gewaltig. Gerade 60 geworden, steht sie so neugierig, so präsent und spielfreudig auf der Bühne wie eh und je. Während viele Künstlerinnen ein Leben lang den jugendlichen Heldinnen nachjagen, ist sie längst dort angekommen, wo die spannendsten Figuren warten: bei Frauen mit Erfahrung, mit Abgründen, mit Witz und Haltung. Sie hat den Weg von den großen romantischen Ikonen zu den vielschichtigen Charakterrollen nicht nur vollzogen, sondern ganz aktiv mitgestaltet. Ein Gespräch über das Singen als Kraftquelle und die Natur des Bösen, über den Wechsel von den dramatischen Partien ins komische Fach, die Ungeduld junger Kollegen und warum optimistische Rollen uns allen gerade heute guttun.